Am 30.04.2018 zog Herr S. aus dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) zu uns nach Wandlitz in die Intensiv-Wohngemeinschaft. Er war schwach und blass, wog knapp 55 kg, war stark luftnötig und hatte auf gut Deutsch gesagt „die Schnauze voll“ vom Krankenhaus, denn Herr S. lag nun schon seit 2017 in Folge seiner Kunstherzimplantation (LVAD) im DHZB. Zeitgleich mit dem Umzug erhielten alle Pflegefachkräfte eine ausführliche Schulung im Umgang mit dem Herzunterstützungssystem und der INR-Messung, um dieser anspruchsvollen Behandlung und Betreuung gerecht zu werden.

Herr S. ist ein Sarkasmus liebender Mensch und hat trotz schwieriger Phasen, nie seinen Humor verloren – solange man seine heißgeliebte Berliner Tageszeitung am Morgen nicht vergisst! Er hat seit seinem Umzug viele Fortschritte gemacht: von totaler Immobilität, über erste Versuche mit dem Rollator, bis hin zum selbständigen sicheren Gang zum Kühlschrank ohne außer Atem zu sein. Dank Schnitzel & Co. hat er wieder an Gewicht zugenommen und baut stetig Muskeln auf. Herr S. ist zudem gerade dabei von der Beatmungsmaschine entwöhnt zu werden. Er misst seinen Blutgerinnungswert mittlerweile selbst und weiß auch wie viel „Blutverdünner“ er nehmen muss.

Einmal in der Woche erfolgt der große Verbandswechsel an der Durchtrittsstelle des LVAD oder wie Herr S. sagt:“Er wird wieder neu tapeziert“. In der Tat, es sind einige Lagen an Pflastern, die das überlebenswichtige Kabel fixieren, welches sein „zweites Herz“ mit dem Computer verbindet. Alle 3 Monate fährt er in Begleitung unserer PDL Julia in die Ambulanz des DHZB, wo sein LVAD gecheckt und seine Herzleistung überprüft wird.

Herr S. bekommt regelmäßig Besuch von seiner Ehefrau und seiner Tochter. Ein besonderes Geburtstagsgeschenk machte Herr S. seiner Ehefrau vergangenes Jahr, in dem er sie nach all dieser Zeit zu Hause in den eigenen vier Wänden besuchte. Heiligabend 2018 konnte er ebenfalls im Kreise seiner Familie bei sich Zuhause verbringen. Das ganze Team arbeitet hingebungsvoll an dem gemeinsamen Ziel: Herr S. soll wieder fit werden und nach Hause zurückkehren. In diesem Sinne: Wir wünschen weiterhin eine positive Entwicklung und alles Gute für die Zukunft!